Diese Frage bekomme ich mindestens einmal pro Woche: „Kann ich in Peking einfach Uber öffnen?“
Kurze Antwort: Nein. Uber funktioniert in Festlandchina nicht.
Wer in Shanghai am Flughafen Pudong die Uber-App öffnet, sieht eine leere Karte ohne Fahrer. Das ist kein Fehler – Uber hat sich 2016 aus China zurückgezogen.
Hier steht, was damals wirklich passiert ist, was die Uber-DiDi-Partnerschaft für Reisende 2026 bedeutet – und vor allem, wie man vom Flughafen wegkommt, ohne 10 Minuten auf eine leere Karte zu starren.
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Was ist mit Uber in China passiert?#
2016 hat Uber sein China-Geschäft nach zwei Jahren und milliardenschwerem Wettbewerb an den lokalen Rivalen DiDi Chuxing verkauft – für 35 Milliarden US-Dollar.
Die Bedingungen waren klar:
- DiDi übernahm alle China-Geschäfte von Uber – Geschäftsbetrieb, Technologie und Daten innerhalb Festlandchinas
- Uber erhielt eine Beteiligung von 17,7 % an DiDi (damit ist Uber einer der größten Anteilseigner)
- DiDi investierte 1 Milliarde US-Dollar in Uber auf globaler Ebene
Das war kein Scheitern, sondern ein strategischer Rückzug. Uber hatte in China über 2 Milliarden US-Dollar verbrannt, um gegen einen tief verankerten lokalen Anbieter anzukommen, der den Markt besser verstand. Der Deal ließ Uber mit einer erheblichen Beteiligung am erfolgreicheren Unternehmen aussteigen und die Verluste beenden.
Bringt die Uber-DiDi-Partnerschaft Reisenden 2026 etwas?#
Direkt: nein. Die Partnerschaft ist eine Beteiligung auf Unternehmensebene, keine Roaming-Vereinbarung zwischen Apps. Es gilt weiterhin:
- ❌ Uber öffnen und ein DiDi-Fahrzeug bestellen – geht nicht
- ❌ sich mit dem Uber-Konto bei DiDi anmelden – geht nicht
- ❌ DiDi-Fahrten über Uber bezahlen – geht nicht
Was sie bedeutet: Uber verdient am Erfolg von DiDi mit, deshalb hat keine der beiden Seiten ein Interesse daran, die Plattformen wieder zu verbinden. Sie haben sich getrennt – Uber kümmert sich um den Rest der Welt, DiDi beherrscht China.
Was sollte man stattdessen nutzen?#
DiDi (滴滴出行) ist die einzige Ride-Hailing-App, die in ganz Festlandchina funktioniert. Es ist das chinesische Gegenstück zu Uber: gleiches Prinzip, gleicher Komfort, nur eine andere App.
So richtet man DiDi ein#
Ich habe eine komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung für DiDi in China geschrieben – hier die Kurzversion:
- DiDi-App vor der Abreise herunterladen (App Store oder Google Play – funktioniert auch außerhalb Chinas)
- Mit dem Reisepass registrieren – DiDi akzeptiert internationale Pässe, auch deutsche, österreichische und Schweizer; eine chinesische ID ist nicht nötig
- Alipay oder WeChat Pay verknüpfen – internationale Kreditkarte (Visa/Mastercard) zuerst in Alipay hinterlegen, dann in DiDi verknüpfen
- Fahrt anfordern – die App gibt es auch auf Englisch
Und Uber in Hongkong?#
In Hongkong, Macau und Taiwan funktioniert Uber weiterhin – die Fusion betraf nur Festlandchina. Wer nach Hongkong fliegt und über die Grenze nach Shenzhen oder Guangzhou weiterreist, wechselt auf der Festlandseite einfach auf DiDi.
Was kostet DiDi 2026 in China?#
DiDi ist deutlich günstiger als Uber in den meisten westlichen Ländern:
| Fahrttyp | Peking (typisch) | Shanghai (typisch) | Vergleichbar mit |
|---|---|---|---|
| Express (快车) | 15–30 ¥ (2–4 €) | 18–35 ¥ (2,4–4,7 €) | UberX |
| Premium (专车) | 40–80 ¥ (5,3–10,7 €) | 45–90 ¥ (6–12 €) | Uber Comfort |
| Taxi (出租车) | 12–25 ¥ (1,6–3,3 €) | 14–28 ¥ (1,9–3,7 €) | Uber Taxi |
| 6-Sitzer (六座) | 35–70 ¥ (4,7–9,3 €) | 40–80 ¥ (5,3–10,7 €) | Uber XL |
Eine 20-minütige Fahrt quer durch das Zentrum von Peking kostet typischerweise 25–35 ¥ (etwa 3–5 €). Bei Regenabenden oder Feiertagen können die Preise zeitweise auf das Doppelte steigen – selbst dann ist die Fahrt günstiger als ein Uber in den meisten europäischen Städten.
Umrechnung: ECB-Referenzkurs vom 16.10.2026, 1 ¥ ≈ 0,133 €.
Die häufigsten Fehler von Reisenden#
Nach Dutzenden Gesprächen mit Freunden und Lesern sind das die typischen Stolpersteine:
Fehler 1: Am Ankunftsgate Uber probieren. Nicht 10 Minuten auf eine leere Karte schauen – DiDi besser noch vor der Landung einrichten.
Fehler 2: Glauben, Uber funktioniert „wenn man nur die chinesische Version installiert“. Es gibt keine chinesische Version von Uber. DiDi hat alles übernommen.
Fehler 3: Die Zahlung erst vor Ort einrichten. DiDi braucht eine verknüpfte Alipay- oder WeChat-Pay-Verbindung. Das erledigt man am besten zu Hause – im Jetlag am Flughafen-WLAN ist es mühsam.
Fehler 4: Das Kennzeichen nicht prüfen. Das in der App angezeigte Automodell stimmt bei DiDi fast nie mit dem tatsächlichen Fahrzeug überein. Immer das Kennzeichen abgleichen, bevor man einsteigt.
Fazit#
Die Uber-DiDi-Fusion ist von 2016 – trotzdem stehen Reisende in China und erwarten, dass Uber läuft. Es läuft nicht. Über die Partnerschaft verdient Uber am DiDi-Erfolg mit, als Fahrgast braucht man trotzdem die DiDi-App direkt auf dem Handy.
Für den kompletten Durchlauf mit Screenshots gibt es meine Anleitung „DiDi in China nutzen 2026“. Sie beschreibt den ganzen Weg vom Download bis zur ersten Fahrt – geschrieben für Reisende mit ausländischem Reisepass.
Stand: Oktober 2026 – Inhalte aus der englischen Originalfassung (Juli 2026). Preise und Verfügbarkeit schwanken je nach Stadt und Saison.
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