Ich erinnere mich an mein erstes Mal, als ich in Peking ein Taxi anhalten wollte. Ich stand 15 Minuten am Rand einer sechsspurigen Straße und wedelte mit dem Arm, während leere Taxis vorbeizischten. Tatsächlich wussten sie einfach nicht, dass ich eines wollte – Taxifahrer in China halten nicht für Leute an, die am Straßenrand stehen, so wie in New York oder London.
Dann hat mir eine chinesische Kollegin DiDi gezeigt. Und seitdem habe ich nie wieder am Bordstein gewartet.
DiDi ist Chinas Antwort auf Uber – nur größer, günstiger und mit Dingen, die Uber nie hinbekommen hat. DiDi hält 80 % des chinesischen Ride-Hailing-Markts. Uber hat aufgegeben und sein China-Geschäft 2016 an DiDi verkauft. Wenn man in China unterwegs ist, kommt man so von A nach B.
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Was ist DiDi?#
DiDi (滴滴出行, dī dī chū xíng) ist Chinas dominante Fahrdienst-Plattform. Wie Uber, nur mit mehr Optionen:
- 快车 (Kuàichē) – das Standard-Äquivalent zu UberX, 90 % der Fahrten laufen hierüber
- 专车 (Zhuānchē) – gehobene Fahrzeuge, Premium-Service (wie Uber Black)
- 出租车 (Chūzūchē) – ruft ein normales Taxi mit Taxameter über die App (man zahlt den Taxameterpreis, kein Surge)
- 顺风车 (Shùnfēngchē) – Mitfahrgelegenheit, günstiger, aber weniger verlässlich
- 豪华车 (Háohuáchē) – Luxusfahrzeuge, Mercedes E-Klasse und aufwärts
Für 90 % der Reisenden ist 快车 (Express) die richtige Wahl. Günstig, schnell, und die Fahrer sind in der Regel gut.
Können Ausländer DiDi nutzen? Ja – und es ist einfach#
Kurze Antwort: ja. Ich habe DiDi mit einem US-Reisepass, dem Reisepass eines britischen Freundes und dem einer kanadischen Freundin genutzt. Alle drei haben funktioniert.
Lange Antwort: DiDi hat eine internationale Version der App namens DiDi Rider (nicht die chinesischsprachige 滴滴出行). Diese installieren. Sie hat eine vollständig englische Oberfläche und akzeptiert ausländische Telefonnummern und internationale Kreditkarten.
Schritt 1: Die richtige App installieren#
Im App Store nach „DiDi Rider“ suchen – nicht nach „DiDi“ oder „滴滴出行“. Das Logo ist orange mit einem weißen, klein geschriebenen „d“. Wenn die App-Beschreibung auf Chinesisch ist, ist es die falsche App.
Man kann die App schon im Heimatland installieren, bevor man losfliegt. Das ist tatsächlich meine Empfehlung – eine Sache weniger, die man nach der Landung klären muss.
Schritt 2: Mit der heimischen Telefonnummer registrieren#
Das ist der Teil, über den sich viele Sorgen machen – aber er ist unkompliziert:
- DiDi Rider öffnen
- Auf „Register“ tippen
- Ländervorwahl wählen und die Telefonnummer eingeben
- Man bekommt eine SMS mit Bestätigungscode – das funktioniert international
- Code eingeben, fertig
Funktioniert es auch mit einer chinesischen Nummer? Ebenfalls ja. Wer am Flughafen eine chinesische SIM kauft, kann die nutzen. Ich habe aber immer meine US-Nummer verwendet. Das funktioniert problemlos.
Schritt 3: Reisepass hinterlegen#
Hier hat sich 2025 etwas geändert: Die chinesische Ride-Hailing-Regulierung verlangt inzwischen eine Echtnamen-Verifizierung für alle Fahrgäste. Das heißt:
- Konto → Identitätsprüfung (Identity Verification)
- „Passport“ auswählen (nicht die chinesische ID)
- Die Datenseite des Reisepasses fotografieren
- Ein Selfie für die Gesichtserkennung aufnehmen
- Warten – meist innerhalb von 5 Minuten freigegeben, manchmal bis zu 24 Stunden
Ich habe das nach der Landung am Flughafen gemacht, und die Freigabe kam, bevor ich am Gepäckband war. Wer es vor der Reise erledigt, ist aber auf der sicheren Seite.
Schritt 4: Zahlungsmethode hinzufügen#
DiDi Rider akzeptiert:
- Internationale Visa/Mastercard – das nutze ich. Funktioniert. Kartenangaben im Bereich „Payment“ hinterlegen.
- Alipay – wer Alipay eingerichtet hat (und das sollte man), kann es hier verknüpfen. Zahlungen laufen über Alipays Tour Pass.
- WeChat Pay – ebenfalls unterstützt, wenn eine Karte mit WeChat verknüpft ist.
- Apple Pay – funktioniert auch.
Wird in US-Dollar oder in Renminbi abgerechnet? Die App zeigt Preise in ¥, belastet die Karte aber in der Heimatwährung mit einer kleinen Umrechnungsgebühr. Eine Fahrt für 35 ¥ (rund 5 $, ca. 4,70 €) kostet auf meiner Karte etwa 5,10–5,20 $ (ca. 4,53–4,62 €).
Profi-Tipp: Alipay als DiDi-Zahlungsmethode verknüpfen. Wenn die internationale Karte Probleme macht, übernimmt Alipay die Umrechnung und DiDi wird in ¥ bezahlt. Eine Fehlerquelle weniger.
Wie man eine Fahrt bestellt#
Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung von jemandem, der das wahrscheinlich über 200 Mal gemacht hat:
1. Abholort festlegen#
App öffnen. Die Karte zeigt die aktuelle Position mit einem blauen Punkt. DiDi macht das in chinesischen Städten ziemlich gut – deutlich besser, als Uber es je in einer Stadt hinbekommen hat, die ich getestet habe.
Der Trick dabei: DiDi zeigt die Position möglicherweise in chinesischen Schriftzeichen. Das ist in Ordnung – der Fahrer sieht sie in chinesischen Schriftzeichen. Wichtig ist nur, dass man tatsächlich dort steht, wo der blaue Punkt ist.
Bei schwierigen Orten: In einem Hotel den chinesischen Namen des Hotels verwenden. An einem Wahrzeichen kann man auf Englisch suchen – DiDis englische Suche ist bei den großen Zielen inzwischen brauchbar. Für Adressen öffne ich oft Amap (高德地图), um die exakte chinesische Adresse zu finden, und füge sie dann in DiDi ein.
2. Ziel eingeben#
Ziel auf Englisch eintippen. DiDi übersetzt es. Bei den großen Touristenorten (Flughafen Peking Capital, Bahnhof Shanghai Hongqiao, The Bund, Sommerpalast, Terrakotta-Armee) funktioniert das einwandfrei.
Bei weniger touristischen Orten: Das Ziel sollte in chinesischen Schriftzeichen vorliegen. Ich halte auf dem Handy eine Notizdatei mit chinesischen Adressen für Orte, die ich regelmäßig besuche. Den chinesischen Namen und die Adresse des Hotels vor der Ankunft speichern.
Man kann außerdem:
- einen Pin auf der Karte setzen (gut, wenn die genaue Adresse unbekannt ist)
- aus den letzten Zielen wählen
- aus gespeicherten Orten wählen (Zuhause, Arbeit, Hotel)
3. Fahrzeugtyp wählen#
Die App zeigt verschiedene Optionen mit geschätzten Preisen:
| Typ | Anzeigename | Typischer Preis (15-Minuten-Fahrt in Peking) | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| Express | 快车 | 25–40 ¥ (3,50–5,50 $; ca. 3,3–5,3 €) | 1–3 Min. |
| Premier | 专车 | 50–80 ¥ (7–11 $; ca. 6,6–10,6 €) | 3–5 Min. |
| Taxi | 出租车 | Taxameter (20–35 ¥) | 2–5 Min. |
| Luxus | 豪华车 | ab 100 ¥ (ab 14 $; ab 13 €) | 5–10 Min. |
Express ist der Standard. Ich nutze es für alles außer Flughafentransfers, wo ich bei viel Gepäck manchmal zu Premier greife.
4. Bestätigen und warten#
Auf „Call Car“ tippen. Die App sucht Fahrer in der Nähe. Dauert meist 2–5 Sekunden. Ein Fahrer nimmt an, und man sieht:
- Automodell und Kennzeichen
- Bewertung (von 5)
- aktuelle Position auf der Karte
- geschätzte Ankunftszeit (meist 2–5 Minuten)
5. Der Englisch-Chinesisch-Moment#
Etwas, das viele überrascht: Wenn der Fahrer anruft oder schreibt, übersetzt die App automatisch. Schreibt der Fahrer auf Chinesisch, sieht man es auf Englisch. Tippt man auf Englisch, sieht er es auf Chinesisch. Keine perfekte Übersetzung, aber für das Wesentliche reicht es:
- „I’m at the blue door“ → „我在蓝色门“
- „I’m near the KFC“ → „我在肯德基附近“
- „Please wait 2 minutes“ → „请等两分钟“
In der Praxis laufen 90 % meiner DiDi-Fahrten ab, ohne dass ein Wort gewechselt wird. Der Fahrer folgt dem GPS, holt mich ab und setzt mich ab. Chinesisch ist dafür nicht nötig.
6. Während der Fahrt#
- Die App zeigt die Route auf der Karte
- Der geschätzte Fahrpreis aktualisiert sich
- Nimmt der Fahrer eine seltsame Route, erkennt DiDi das und passt den Preis an
- Die meisten Fahrer haben leise chinesisches Radio laufen – Hintergrundgeräusch, kein Grund zur Sorge
7. Bezahlung#
Bei der Ankunft belastet die App automatisch die hinterlegte Zahlungsmethode. Man muss nichts tun. Kein Bargeld, kein Kartenlesen, kein Trinkgeld erwartet.
Gibt man bei DiDi Trinkgeld? Nein. Trinkgeld ist in China nicht üblich. DiDi hat in der App nicht einmal eine Trinkgeld-Funktion. Der Fahrer bekommt den Fahrpreis, man steigt aus, das war’s.
Preis: Ist DiDi günstiger als Taxis?#
Kurze Antwort: in der Regel ja.
Das habe ich für häufige Strecken tatsächlich bezahlt:
| Strecke | DiDi Express | Taxi (Taxameter) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Flughafen Peking Capital → Wangfujing | 100–130 ¥ (14–18 $; ca. 13–17 €) | 120–150 ¥ (17–21 $; ca. 16–20 €) | Taxi mit Festpreis, DiDi dynamisch |
| The Bund → Flughafen Pudong (Shanghai) | 140–170 ¥ (19–24 $; ca. 19–23 €) | 160–200 ¥ (22–28 $; ca. 21–27 €) | DiDi gewinnt, wenn kein Surge |
| Bahnhof Xi’an North → Muslimischer Viertel | 25–35 ¥ (3,50–5 $; ca. 3,3–4,7 €) | 30–40 ¥ (4–5,50 $; ca. 4–5,3 €) | etwa gleich |
| Quer durch Peking (15 Min., 8 km) | 25–40 ¥ (3,50–5,50 $; ca. 3,3–5,3 €) | 25–40 ¥ (3,50–5,50 $; ca. 3,3–5,3 €) | außerhalb der Stoßzeiten gleich |
| Stadtzentrum Chengdu (15 Min.) | 15–25 ¥ (2–3,50 $; ca. 2–3,3 €) | 20–30 ¥ (2,80–4,20 $; ca. 2,7–4 €) | DiDi gewinnt bei kurzen Fahrten |
Wann Taxis gewinnen: Bei Starkregen und in der Rushhour kann DiDis dynamische Preisgestaltung den Preis verdoppeln oder verdreifachen. Aus einer Fahrt für 35 ¥ werden 80 ¥. Dann ein Taxi auf der Straße anhalten oder die Option „Taxi“ in DiDi nutzen (dort gilt der Taxameterpreis, kein Surge).
Wann DiDi gewinnt: Zu allen anderen Zeiten. Man kennt den Preis vorher. Kein Feilschen. Kein Übervorteilen, weil man Ausländer ist.
Sicherheit: Was man wissen sollte#
Ich habe über 200 DiDi-Fahrten in 8 chinesischen Städten hinter mir. Es gab keinen einzigen Sicherheitsvorfall. Das macht die App:
- Echtzeit-Tracking – die Fahrt mit einer befreundeten Person teilen (die App hat einen „Share Trip“-Button)
- Notfallbutton – auf dem Fahrtbildschirm gibt es einen Polizei-Notrufknopf plus Notfallkontakt
- Fahrerprüfung – alle Fahrer werden über die chinesische Personalausweisnummer und die Fahrzeugzulassung geprüft
- Bewertungssystem – nach jeder Fahrt wird der Fahrer bewertet. Fahrer unter 4,5 werden gesperrt
- Routenüberwachung – weicht der Fahrer laut GPS deutlich von der Route ab, alarmiert DiDis System
Meine konkreten Sicherheitstipps:
- Vor dem Einsteigen das Kennzeichen abgleichen. Die App zeigt die Nummer – ein kurzer Blick genügt.
- Die Fahrt mit jemandem zu Hause oder im Hotel teilen. Die App macht das automatisch, wenn man es einrichtet.
- Wirkt ein Fahrer aggressiv oder betrunken (mir nie passiert, aber möglich), die Fahrt vorzeitig beenden. Abgerechnet wird nur, was gefahren wurde.
- Frauen, die allein unterwegs sind: DiDi hat eine Funktion „Women’s Safety“, die Fahrerinnen bevorzugt. Nutzen, wenn man sich unwohl fühlt.
Fakt ist: DiDi-Fahrten fühlen sich sicherer an als Uber oder Lyft in den USA. Die Fahrerprüfung ist gründlicher, weil sie am chinesischen Personalausweissystem hängt.
Abholung an Flughäfen und Bahnhöfen: der knifflige Teil#
Flughäfen und Bahnhöfe in China sind riesig. Die Abholsituation kann selbst für Einheimische verwirrend sein.
An Flughäfen#
Die meisten großen Flughäfen haben eigene DiDi-Abholzonen. In der App:
- Bei Ankunft den Abholort auf das richtige Terminal umstellen
- DiDi zeigt die konkrete Abholspur oder Farbzone an
- Den Schildern für „网约车“ (wǎng yuē chē, Ride-Hailing) folgen – diese Schilder stehen überall auf Englisch und Chinesisch
- In der auf der Karte markierten Zone warten
Peking Capital (PEK): Die Abholung an Terminal 3 ist auf Ebene B1 (unterirdisch), Spur 4–6. Den Schildern „Ride-Hailing“ folgen. Nicht versuchen, bei „Departures“ abgeholt zu werden – Fahrer bekommen dort Bußgelder.
Shanghai Pudong (PVG): Die Abholzonen sind klar beschildert. Terminal 1 nutzt das Parkhaus P1, Ebene B2. Terminal 2 nutzt P2. Den 网约车-Schildern folgen.
Guangzhou Baiyun (CAN): Terminal 1 hat einen eigenen Ride-Hailing-Wartebereich vor Gate 27. Terminal 2 nutzt das Parkhaus P8, Ebene 1.
Profi-Tipp mit der Karte: Nach der Landung zuerst zur ausgewiesenen Abholzone laufen – und dann das Auto rufen. Wer das Auto ruft, während er noch durch das Terminal läuft, hat den Fahrer vor sich am Treffpunkt stehen, und beide ärgern sich.
An Bahnhöfen#
Hochgeschwindigkeitsbahnhöfe sind noch verwirrender als Flughäfen. Das habe ich gelernt:
- Peking Süd: Die Abholung ist auf der unterirdischen Ebene (B1), Parkzone B. Durch den Südplatz (South Square) hinausgehen.
- Shanghai Hongqiao: Der schwierigste Fall. Durch die Ausgänge des Parkhauses P9/P10 hinausgehen. Die DiDi-Abholzonen sind klar markiert.
- Xi’an North: Durch Gate 1 oder Gate 2 auf Erdgeschossebene hinausgehen. Draußen gibt es eine ausgewiesene Ride-Hailing-Spur.
Die Regel: Vor dem Verlassen des Bahnhofs die DiDi-Karte prüfen. Sie zeigt genau, wo man stehen soll. Wo sich eine Traube von DiDi-Symbolen auf der Karte sammelt, ist die Abholzone.
Wie sieht es mit DiDi in kleineren chinesischen Städten aus?#
DiDi funktioniert in jeder chinesischen Stadt mit über einer Million Einwohner – also fast überall. Selbst in kleineren Orten wie Guilin, Yangshuo, Lijiang, Dali, Zhangjiajie ist DiDi verfügbar.
In kleineren Städten:
- Wartezeiten sind länger (3–8 Minuten statt 1–2 Minuten in Großstädten)
- Weniger Fahrer sprechen auch nur grundlegendes Englisch
- Die Auto-Übersetzung wird wichtiger
- Express (快车) ist meist die einzige Option
Für ländliche Gebiete und Ausflugsziele: Dort hat DiDi möglicherweise keine Fahrzeuge verfügbar. Dann die Unterkunft fragen, ob sie einen lokalen Fahrer kennt. Viele kleine Gästehäuser arbeiten mit einem festen Fahrer zusammen.
Häufige Probleme und ihre Lösungen#
„Der Fahrer findet mich nicht“#
Das ist das häufigste Problem, und fast immer liegt es an der Genauigkeit des Standorts.
Lösung: Den Button „Send Message“ nutzen – dann erscheinen automatisch übersetzte Vorschläge wie:
- „I’m at the main entrance“
- „I’m next to the convenience store“
- „I can see your car“
Oder – und das ist der Profi-Move – den Fahrer anrufen. DiDis App übersetzt Telefonate in Echtzeit. Man spricht Englisch, er hört Chinesisch. Er spricht Chinesisch, man hört Englisch. Nicht perfekt (manchmal zum Lachen), aber es funktioniert.
Bessere Lösung: Vor dem Rufen des Autos den chinesischen Namen des Standorts in die App eintippen. Die Rezeption des Hotels kann ihn aufschreiben. In der Notiz-App speichern.
„DiDi akzeptiert meine ausländische Karte nicht“#
Das kommt vor. Die Lösung ist meist:
- Die Karte erneut hinzufügen – manchmal klappt es beim zweiten Versuch
- Stattdessen Alipay nutzen (Alipay in den DiDi-Zahlungseinstellungen verknüpfen)
- Jemanden vor Ort (Hotelpersonal) bitten, WeChat Pay einzurichten, und das dann verknüpfen
- Die Option „Cash“ nutzen – in manchen Städten erlaubt DiDi Barzahlung. Heute selten, aber einen Versuch wert
Mein Backup: Ich habe immer 200 ¥ in Bar dabei, für den Notfall. Für DiDi habe ich es nie gebraucht, aber es beruhigt.
„Der Fahrer hat storniert“#
Fahrer stornieren aus ein paar Gründen:
- Ihnen ist aufgefallen, dass man zu weit weg ist
- Der Verkehr ist schlecht
- Sie wollen einen längeren Fahrpreis (kommt in kleineren Städten häufiger vor)
Lösung: Einfach erneut anfordern. DiDi findet sofort einen anderen Fahrer. Passiert das 2–3 Mal hintereinander, auf die Option „Taxi“ in DiDi wechseln – Taxifahrer stornieren fast nie.
„Ich muss stornieren, aber es kostet eine Gebühr“#
Wer mehr als 3 Minuten nach der Buchung storniert, zahlt eine kleine Gebühr (3–5 ¥, etwa 0,50–0,70 $; ca. 0,4–0,7 €). Innerhalb von 3 Minuten ist die Stornierung kostenlos.
Wann man die Gebühr in Kauf nimmt: Wenn der Fahrer 8 Minuten entfernt ist und direkt daneben ein anderes Auto steht, stornieren und die 3 ¥ zahlen. Günstiger als warten.
„DiDi hat Surge-Preise“#
Surge passiert:
- an Regentagen
- in der Rushhour (8:00–9:30 Uhr morgens, 17:30–19:30 Uhr abends)
- nach Konzerten oder Events
- in chinesischen Ferienzeiten
Lösung: Auf die Option „Taxi“ wechseln. Taxis rechnen unabhängig von der Nachfrage nach Taxameter ab. Oder 10–15 Minuten warten – der Surge fällt meist wieder.
„Mein Fahrer ist falsch abgebogen“#
DiDis GPS ist in der Regel gut. Fällt aber auf, dass der Fahrer in die falsche Richtung fährt:
- Die Route ist in der App sichtbar
- Auf die Route tippen – dann erscheinen „Report“-Optionen
- Erscheint der Endpreis falsch, kann man ihn in der App anfechten
In der Praxis sind die meisten Umwege Verkehrsausweichmanöver, kein Betrugsversuch. Chinesische Fahrer kennen ihre Städte.
DiDi-Mini-Programme: die Abkürzung über WeChat#
Etwas, das die meisten englischsprachigen Guides nicht erwähnen: Man kann DiDi über WeChat nutzen, ohne die DiDi-App zu installieren.
In WeChat:
- Discover → Mini Programs
- „滴滴出行“ oder „DiDi“ suchen
- Die vollständige DiDi-Oberfläche öffnet sich in WeChat
Warum das sinnvoll ist: Eine App weniger auf dem Handy. Wer knappen Speicher hat oder Installationen hasst, kommt so durch. Es braucht denselben Login (die Telefonnummer), zieht die Zahlung aber aus dem WeChat-Konto.
Der Nachteil: Die WeChat-Version hat eine etwas einfachere Oberfläche und zeigt möglicherweise nicht alle Fahrzeugtypen.
Wie DiDi im Vergleich zu Uber, Grab und Lyft abschneidet#
| Funktion | DiDi | Uber | Lyft | Grab |
|---|---|---|---|---|
| Englische App | ✅ Vollständig | ✅ Vollständig | ✅ Vollständig | ✅ Vollständig |
| Ausländische Nummer | ✅ Funktioniert | ✅ Funktioniert | ✅ Funktioniert | ✅ Funktioniert |
| Internationale Karte | ✅ Ja | ✅ Ja | ✅ Ja | ✅ Ja |
| Barzahlung | in manchen Städten | ❌ | ❌ | ✅ Ja |
| Auto-Übersetzung | ✅ in Anrufe integriert | ✅ | ❌ | ✅ |
| Preis-Schätzung | ✅ genau | ✅ | ✅ | ✅ |
| Flughafen-Abholung | ✅ eigene Zonen | ✅ | ✅ | ✅ |
| Wo es funktioniert | nur China | die meisten Länder | nur USA | Südostasien |
DiDi ist im Kern Uber, aber für Chinas spezielle Anforderungen gebaut – besser im Umgang mit chinesischen Adressen, mit den lokalen Bezahlsystemen verzahnt, und die Auto-Übersetzung bei Anrufen ist wirklich nützlich.
Sollte man DiDi vor der Reise installieren?#
Ja. Am besten, bevor man das Haus verlässt.
- DiDi Rider im App Store installieren
- Mit der heimischen Telefonnummer registrieren
- Die Reisepass-Verifizierung hinzufügen
- Zahlungsmethode hinterlegen
- Testweise ein Ziel suchen (buchen muss man nicht)
Funktioniert etwas nicht, kann man es am heimischen Internet lösen, statt am Flughafen in Hektik zu geraten.
Das Fazit#
DiDi ist die einzelne nützlichste App, um in chinesischen Städten voranzukommen. Günstiger als Taxis, auf Englisch nutzbar, akzeptiert ausländische Karten und ist überall verfügbar. Ich nutze sie für alles – von der Fahrt für 15 ¥ zum Supermarkt bis zum Transfer für 150 ¥ zum Flughafen.
Vor der Reise installieren. Karte verknüpfen. Und beim ersten Mal, wenn ein Fahrer genau dort hält, wo man steht, ohne Winken oder Rufen – dann versteht man, warum ich seit Jahren kein Taxi mehr von der Straße angehalten habe.
Hilfe bei der Planung dieser Reise?
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Die Preise in diesem Guide sind Stand Juni 2026. DiDis Preisgestaltung ist dynamisch und ändert sich mit Nachfrage, Wetter und Tageszeit. Die konkreten Abholinformationen für Flughäfen und Bahnhöfe waren zum genannten Datum aktuell, aber Terminal-Layouts ändern sich – bei Ankunft immer die DiDi-Karte prüfen. Umrechnung: 1 ¥ ≈ 0,133 €, 1 $ ≈ 0,889 € (EZB-Referenzkurs vom 16.10.2026).