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Peking–Shanghai im Hochgeschwindigkeitszug: Preise & Tipps

Ich bin die Strecke Peking–Shanghai in den letzten zehn Jahren mindestens zwanzig Mal mit dem Hochgeschwindigkeitszug gefahren. In der Sommerhitze, im Winterschnee, während des Frühlingsfestes, wenn das ganze Land unterwegs ist, und an beliebigen Dienstagnachmittagen, an denen ich einfach schnell nach Süden musste.

Und ich freue mich jedes einzelne Mal wieder darauf.

Es hat etwas, der Landschaft zuzusehen, wie sie sich innerhalb von 4,5 Stunden von Pekings flachem grauem Winter in die grünen Kanäle von Jiangnan verwandelt. Man verlässt die Hauptstadt in den Mantel gepackt und steht in Shanghai mit durchgeschwitztem Hemd auf dem Bahnsteig. Direkt vor dem Fenster verändert sich das Land.

Hier steht, was ich über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking–Shanghai gelernt habe — die konkreten Bahnhöfe, das echte Fahrerlebnis, wie man die 5 Stunden bequem übersteht und wohin euch dieser Zug als Nächstes bringt.

Inhalt:

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Bahnhof Peking-Süd: Keine Angst vor der Größe
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Der Bahnhof Peking-Süd (北京南站) ist riesig. Er ist einer der größten Bahnhöfe Asiens, und als ich das erste Mal hineinlief, stand ich zwei Minuten lang wie ein Idiot da und starrte an die Decke.

Aber die Sache ist die — für Reisende ist er tatsächlich gut durchdacht. Der Aufbau ist einfach: riesige Wartehalle oben, Gleise darunter. Man geht hinein, durch die Sicherheitskontrolle (Tasche aufs Band, durch den Metalldetektor — wie am Flughafen, nur schneller), sucht auf den großen Anzeigen den eigenen Wartebereich und wartet darauf, dass das Gate etwa 15 Minuten vor Abfahrt öffnet.

Kommt 40–60 Minuten früher, wenn ihr zum ersten Mal hier seid. Nicht, weil ihr euch verlaufen würdet — wahrscheinlich nicht —, sondern weil der Bahnhof selbst einen Rundgang wert ist. Oben gibt es einen richtigen Food Court mit echten chinesischen Ketten wie Dicos (frittiertes Hähnchen, seltsam gut) und Yonghe King (Reisschalen und Nudeln). Holt euch eine Schale geschnittenes Obst für 20 ¥ (ca. 2,7 €) in den Zug.

Profi-Tipp: Der Bahnhof hat drei Haupteingänge — Nord, Süd und West. Der Südeingang ist meist weniger voll. Wer mit der U-Bahn kommt (Metrolinie 4): den Schildern zum Bahnhof folgen, eine Etage nach oben, und man steht an der Sicherheitskontrolle. Einfach.

Die Züge: G1, G5, G17 und alles dazwischen
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Auf der Strecke Peking–Shanghai fahren täglich etwa 50+ Züge, von rund 6:20 Uhr morgens bis abends 9:20 Uhr. Die schnellsten — G1, G5, G15, G21 — halten nirgends und schaffen die 1.318 km in 4 Stunden 18 Minuten. Die meisten Züge haben 5–8 Halte (Tianjin, Jinan, Nanjing, Suzhou usw.) und brauchen rund 5 Stunden.

Ich habe alle ausprobiert. Hier meine ehrliche Einschätzung zu jeder Klasse:

Zweite Klasse (二等座) — 553–626 ¥ (ca. 73–83 €) / 77–87 $ (ca. 68–77 €)

Damit fahre ich 90 % der Zeit. Die Sitze sind in 3+2-Anordnung, aber ehrlich? Bequemer als die meisten Business-Class-Sitze in Kurzstreckenfliegern. Steckdose unter dem Sitz vor einem, ein Klapptisch, auf dem ein vollwertiger Laptop Platz hat, und genug Beinfreiheit, dass meine 1,85 m nicht meckern.

Für eine Fahrt von 4,5 Stunden ist die zweite Klasse völlig in Ordnung. Der Wagen ist leise — chinesische Fahrgäste sind im Zug generell rücksichtsvoll —, und die Klimaanlage steht immer auf „eiskalt“ (das ist China: eine leichte Jacke mitnehmen, egal welche Jahreszeit).

Erste Klasse (一等座) — 933–1.115 ¥ (ca. 124–148 €) / 130–155 $ (ca. 116–138 €)

Die erste Klasse nehme ich, wenn die Firma zahlt oder wenn ich müde bin. Die 2+2-Anordnung heißt, dass niemand auf einem Mittelsitz sitzt — nur Fenster und Gang. Die Sitze sind breiter, die Beinfreiheit ist wirklich großzügig, und es gibt eine kleine Tüte Snacks und eine Flasche Wasser.

Sind die 50–70 $ (ca. 44–62 €) Aufpreis zur zweiten Klasse es wert? Auf einer Fahrt von 5 Stunden würde ich ja sagen, wenn man groß ist oder im Zug am Laptop arbeiten will. Der Klapptisch ist größer, und der Sitznachbar rempelt einen beim Nudelessen nicht versehentlich mit dem Ellbogen an.

Business Class (商务座) — 1.748 ¥+ (ca. 232 €) / 245 $+ (ca. 218 €)

Ein einziges Mal habe ich mir das gegönnt — einen Spätzug nach einem 14-Stunden-Tag voller Meetings. Eine komplett andere Welt. Die Sitze werden zu flachen Betten, es gibt Hausschuhe und ein warmes Essen, und im Bahnhof gibt es einen eigenen Check-in-Bereich. Die Kabine hat 8 Sitze in 2-1-Anordnung — praktisch privat.

Ehrlich? Für 4,5 Stunden ist das übertrieben. Aber wer eine Langstrecke dranhängt (Peking nach Guangzhou, 8 Stunden) oder das Erlebnis einfach mitnehmen will, soll zugreifen. Allein das Essen — richtiges warmes Essen mit Gemüse und Reis — ist besser als jedes Flugzeugessen, das ich je hatte.

Im Zug: Was tatsächlich passiert
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So sieht eine typische Fahrt von Peking nach Shanghai aus:

Die ersten 30 Minuten: Der Zug gleitet fast lautlos aus Peking-Süd, nimmt durch die südlichen Vororte Fahrt auf. Man sieht die Wohnblöcke des Bezirks Daxing, dann plötzlich — Felder. Der Übergang von Stadt zu Landschaft dauert etwa 10 Minuten.

Stunde 1–2: Man fährt mit 350 km/h durch Hebei und Shandong. Die Landschaft ist flach, viel Ackerland und kleine Städte. Der Zug passiert Tianjin (wer nach Norden schaut, sieht das unverwechselbare Riesenrad Tianjin Eye aus dem Fenster) und Jinan. Holt euch einen Kaffee vom Servicewagen (30–40 ¥ (ca. 4,0–5,3 €) für einen Nescafé — nicht toll, aber Koffein).

Die Essenslage: Jeder Wagen hat einen QR-Code für den Essensservice. Mit dem Handy scannen, und man kann warme Gerichte (35–65 ¥ (ca. 4,7–8,6 €)) bestellen, die an den Platz gebracht werden — Reisschalen, Nudelsuppen, Dumplings. Innerhalb von 15 Minuten stehen sie am Sitz. Oder man geht in den Speisewagen in der Zugmitte. Ich bringe meistens ein Sandwich mit und kaufe an Bord einen Kaffee.

Toiletten: Sauber. Wirklich sauber. Nicht „Flugzeugtoilette sauber“, sondern besser. Die Toiletten liegen am Ende jedes Wagens, und das Personal reinigt sie während der Fahrt etwa jede Stunde. Toilettenpapier aber selbst mitbringen — die Spender sind oft leer.

WLAN: Die meisten neuen CR400-Züge haben kostenloses WLAN, aber es ist nicht gut. Für WeChat-Nachrichten und langsam ladende Webseiten reicht es. Video-Streaming vergessen. Ich lade Podcasts und Serien vor dem Einsteigen herunter.

Das Beste: Irgendwo bei Nanjing überquert der Zug die Jangtse-Brücke bei Nanjing. An einem klaren Tag das Handy ans Fenster halten und ein Video aufnehmen — der Fluss ist gewaltig, die Brücke ein Ingenieurwunder, und es ist der visuelle Höhepunkt der ganzen Fahrt.

Ankunft in Shanghai Hongqiao
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Der Bahnhof Shanghai Hongqiao (上海虹桥站) ist im Grunde eine kleine Stadt. Er ist direkt mit dem Flughafen Hongqiao (Terminal 2) verbunden — vom Bahnsteig bis zu den Check-in-Schaltern des Flughafens läuft man etwa 10 Minuten. Damit ist er der perfekte Umsteigepunkt, wenn ihr einen Anschlussflug habt.

In die Stadt hinein:

  • Metro: Linie 2 (fährt zu People’s Square, Nanjing Road Ost, Lujiazui), Linie 10 (fährt zum Yu-Garten, Xintiandi). Beide fahren bis etwa 22:30 Uhr. Preis: 5–7 ¥ (ca. 0,7–0,9 €).
  • Taxi/DiDi: 80–120 ¥ (ca. 11–16 €) bis zum Bund-Viertel. Je nach Verkehr etwa 30–40 Minuten.
  • Transrapid: Wer zum Flughafen Pudong weiterfährt, nimmt die Linie 2 bis Longyang Road und steigt dort auf den Transrapid um (7 Minuten, 50 ¥ (ca. 6,6 €)).

Tipp für Erstbesucher: Hongqiao liegt im Westen Shanghais. Euer Hotel liegt wahrscheinlich im Zentrum oder im Osten (Bund-Viertel, Lujiazui). Rechnet mit 30–45 Minuten vom Bahnhof zum Hotel.

Über Shanghai hinaus: Wohin der Hochgeschwindigkeitszug euch bringt
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Das Beste an der Strecke Peking–Shanghai ist, was an beiden Enden anschließt. So verlängert ihr die Reise:

Shanghai → Hangzhou (1 Stunde, 73 ¥ (ca. 9,7 €) / 10 $ (ca. 8,9 €)) Die schnellste Verbindung ab Hongqiao. Der Westsee in Hangzhou ist einen ganzen Tag wert — die Teefelder, der Tempel, der See selbst. Ich bin diesen Zug so oft gefahren, dass ich die ganze Fahrt schlafen und genau beim Einfahren in Hangzhou-Ost aufwachen kann.

Shanghai → Suzhou (25 Minuten, 40 ¥ (ca. 5,3 €) / 6 $ (ca. 5,3 €)) Klassische Wasserstadt. Der Zug ist schneller als die U-Bahn in manchen Städten. Die klassischen Gärten von Suzhou und die Pingjiang Road sind ein halber Tagesausflug. Ich habe das von Shanghai aus öfter als Tagesausflug gemacht, als ich zählen kann.

Shanghai → Nanjing (1 Stunde 15 Minuten, 135 ¥ (ca. 18 €) / 19 $ (ca. 17 €)) Das Mausoleum Ming Xiaoling und das Konfuzius-Tempel-Viertel sind ein Wochenende wert. Der Zug überquert den Jangtse direkt vor Nanjing — an einem klaren Tag ist der Blick auf den Fluss spektakulär.

Peking → Xi’an (4,5 Stunden, 515 ¥ (ca. 68 €) / 72 $ (ca. 64 €)) Andere Strecke, aber von Peking-Süd erreicht man die Terrakotta-Armee in unter 5 Stunden. Die G-Züge früh buchen — sie sind schnell ausgebucht.

Peking → Chengdu (8 Stunden, 775 ¥ (ca. 103 €) / 108 $ (ca. 96 €)) Längere Fahrt, aber eine der landschaftlich schönsten Strecken Chinas. Der Zug schneidet durch das Qinling-Gebirge, und man taucht ins Sichuan-Becken ein — mit scharfem Essen und Pandas. Für diese Strecke empfehle ich erste Klasse oder sogar Business Class — 8 Stunden zweite Klasse sind ein langer Tag.

Für allgemeinere Tipps zum Zugfahren — inklusive Ticketbuchung als Ausländer und einer genauen Erklärung der Zugtypen — siehe meinen kompletten Guide zum chinesischen Hochgeschwindigkeitszug.

5 Dinge, die ich vor meiner ersten Fahrt gern gewusst hätte
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1. Das System zur Namensprüfung ist streng. Bei der Buchung muss der Name exakt dem Reisepass entsprechen. Wer einen Bindestrich oder ein Leerzeichen im Namen hat, nutzt besser Trip.com statt 12306 — deren System kommt mit Sonderzeichen besser zurecht. Ich habe miterlebt, wie ein französischer Tourist am Bahnhof Peking-Süd seinen Zug fast verpasst hat, weil das System seinen Namen nicht lesen konnte.

2. Kauft nicht bei den Scalpern vor dem Bahnhof. In der Schalterhalle lungern sie herum und bieten „Express-Tickets“ zum doppelten Preis an. Nutzt den offiziellen Ticketschalter oder bucht online. Jeder Bahnhof in China hat einen eigenen Schalter für Inhaber ausländischer Reisepässe — sucht das Fenster mit der Aufschrift „护照“ (Reisepass).

3. Euer Gepäck ist kein Problem. Anders als an Flughäfen mit strengen Gewichtsgrenzen sind im Hochgeschwindigkeitszug bis zu 20 kg Gepäck erlaubt, und es gibt reichlich Platz in den Gepäckablagen. Ich bin mit einem 28-Zoll-Koffer und einem Rucksack problemlos gereist. In die Gepäckregale am Ende jedes Wagens passen Koffer in Vollgröße.

4. Sichert euch den Bahnhof vorab. Wer im Bahnhof schlechten Empfang hat, speichert besser einen Screenshot der Buchungsbestätigung mit Bahnsteig- und Wagennummer. Die großen Abfahrtstafeln zeigen alles auf Chinesisch und Englisch, aber die Daten auf dem Handy zu haben, ist ein Sicherheitsnetz.

5. Bucht Feiertage früh. Chinesisches Neujahr, Nationalfeiertag (1.–7. Oktober) und Qingming-Fest (April) — Tickets dafür sind innerhalb von Stunden ausverkauft. Ich musste während des Frühlingsfestes einmal mit dem Bus von Peking nach Shanghai fahren, weil zwei Wochen lang jeder einzelne Zug ausgebucht war. Wer in Spitzenzeiten reist, bucht mindestens 2 Wochen vorher.

Häufige Fragen
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Was kostet der Hochgeschwindigkeitszug Peking–Shanghai? Die zweite Klasse beginnt bei 553 ¥ (77 $; ca. 73 €), die erste Klasse bei 933 ¥ (130 $; ca. 124 €) und die Business Class bei 1.748 ¥ (245 $; ca. 232 €). Die Preise variieren nach Geschwindigkeit des Zuges und Buchungszeitpunkt.

Wie lange dauert die Fahrt? Die schnellsten durchgehenden Züge (G1, G5) brauchen 4 Stunden 18 Minuten. Die meisten Züge mit Halten brauchen 4,5–5,5 Stunden. Die langsamsten D-Züge etwa 6 Stunden.

Welcher Bahnhof in Peking? Welcher Bahnhof in Shanghai? Abfahrt ist am Bahnhof Peking-Süd (北京南站), Ankunft am Bahnhof Shanghai Hongqiao (上海虹桥站). Nicht zum Hauptbahnhof von Peking (北京站) oder zum Hauptbahnhof von Shanghai (上海站) fahren — das sind die falschen Bahnhöfe.

Kann man am Bahnhof mit ausländischem Reisepass Tickets kaufen? Ja. Zum Ticketschalter mit dem Schild „护照“ (Reisepass) gehen. Dem Personal das Ziel auf Chinesisch sagen oder auf dem Handy zeigen. Ausländische Reisepässe sind für sie Tagesgeschäft — reine Routine.

Ist der Zug besser als fliegen? Auf dieser konkreten Strecke absolut. Die Gesamtreisezeit ist vergleichbar (Zug: 4,5 h + 40 Min. am Bahnhof = ca. 5,5 h; Flug: 2,5 h + 2 h am Flughafen + Transfers = über 6 h). Der Zug ist günstiger, bequemer, stressfreier und setzt einen mitten in Shanghai ab statt an einem Flughafen 45 Minuten vor der Stadt.

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Bucht euer Hochgeschwindigkeitsticket Peking–Shanghai auf Trip.com — sie akzeptieren internationale Karten, und die Buchung dauert etwa 3 Minuten. Wer über Shanghai hinaus weiterfahren will, findet im vollständigen Fahrplan der G-Züge den passenden Anschluss.

Umrechnung: 1 ¥ ≈ 0,133 €, 1 $ ≈ 0,889 € (EZB-Referenzkurs vom 16.10.2026).

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